Verbesserte Förderung für Weiterbildung

Die aktuellen Förderungsprogramme


Gutscheine, Prämien, Stipendien? Egal ob angestellt, arbeitslos oder Berufsrückkehrer – profitieren Sie von einer finanziellen Unterstützung für Ihre Weiterbildung. Der Bund fördert beispielsweise über die Bildungsprämie oder das Aufstiegs-BAföG (bisher Meister-BaföG) das Lern-Engagement seiner Bürger, und in den Ländern gibt es zum Teil spezielle Förderprogramme. Hier finden Sie einen Überblick über Möglichkeiten, zu denen Sie das BBZ Mitte Team gerne berät und Sie bei der Antragstellung unterstützt.

Kontakt: Fördermittelberatung
Telefon: 0661 6208 229 255
E-Mail: Beratung@bbz-mitte.de

Statt Meister-BAföG jetzt Aufstiegs-BAföG

Aus dem Meister-BAföG ist das Aufstiegs-BAföG geworden. Seit August 2016 wurde der Kreis der Förderberechtigten erweitert, zudem gibt es mehr Geld. Die verbesserte Förderung können natürlich auch die Lehrgangsteilnehmer des BBZ nutzen, die Kurse der beruflichen Aufstiegsfortbildung buchen. Ob es zum Beispiel im gewerblichen Bereich um Meister-Kurse geht oder im kaufmännischen Bereich um Kurse für Fachwirte oder Fachkaufleute – all diese BBZ Mitte Kurse haben in der Wirtschaft einen hohen Stellenwert. So sind die Meister-, Fachkaufleute- und Fachwirte-Lehrgänge nach dem Deutschen Qualitätsrahmen (DQR) dem Bachelor-Niveau gleichrangig und der Geprüfte Betriebswirt IHK wie auch der Geprüfte Technische Betriebswirt IHK dem Master-Niveau. Diese Kurse konnten schon bisher über das so genannte Meister-BAföG gefördert werden. Im aktuellen Aufstiegs-BAföG ist die Förderung deutlich erhöht. Derzeit gibt es einen 40-prozentigen Zuschuss zu den Kurs- und Prüfungsgebühren (zuvor 30,5 Prozent). Die restlichen 60 Prozent der Kosten können durch ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert werden. Nach bestandener Prüfung werden auf Antrag – quasi als Erfolgsbonus – von der rückzahlungspflichtigen Darlehenssumme weitere 40 Prozent (zuvor 25 Prozent) erlassen. Beide Förderungen zusammen machen 64 Prozent der Kurs- und Prüfungsgebühren aus, so dass nur ein Eigenanteil von 36 Prozent verbleibt. Kleines Rechenbeispiel: Bei Kosten von 4.500 Euro liegt der Eigenanteil schließlich nur noch bei 1.620 Euro. Zahlt der Arbeitgeber einen Teil der Kosten an den Bildungsträger, so gilt die Förderung selbstverständlich nur für den Eigenanteil des Arbeitnehmers. Weitere Neuerung: Auch wer einen Bachelor-Abschluss oder ein Fachhochschul-Diplom hat sowie Teilnehmer mit abgebrochenem Studium können die Fördergelder für eine Aufstiegsfortbildung, unabhängig vom Alter, nutzen. Bei vollzeitfortbildungen kann zusätzlich der Unterhaltsbedarf gefördert werden. Neben dem Aufstiegs-BAföG kommen für Teilnehmer von BBZ Mitte Kursen weitere Fördermöglichkeiten in Frage, zum Beispiel die Bildungsprämie, ein Bundesprogramm, das sich an beschäftigte Arbeitnehmer oder Selbstständige richtet. Wer ein Jahreseinkommen von weniger als 20.000 Euro (gemeinsam Veranlagte: 40.000 Euro) hat, kann 50 Prozent der Lehrgangskosten, maximal 500 Euro, als Zuschuss bekommen. Für Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer mit Qualifizierungsbedarf ist der sogenannte Bildungsgutschein gedacht, den die Kostenträger (Agentur für Arbeit oder Kreisjobcenter) bei Bedarf ausstellen.

Was wird gefördert?

Neben den klassischen Vorbereitungslehrgängen auf die Meister-Prüfung sind auch andere Aufstiegsfortbildungen förderbar, zum Beispiel die Weiterbildung zum geprüften Fachwirt IHK oder geprüften Betriebswirt IHK.

Wer wird gefördert?

Personen, die eine Aufstiegsfortbildungen absolvieren, die eine nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) anerkannte, abgeschlossene Berufsausbildung oder einen vergleichbaren Berufsabschluss vorweisen können.

Wie hoch ist die Förderung?

40 Prozent der Kosten werden als Zuschuss gewährt. Die restlichen 60 Prozent können als Darlehen beantragt werden. Nach bestandener Prüfung werden auf Antrag von der rückzahlungspflichtigen Darlehenssumme weitere 40 Prozent erlassen. Weitere Förderungen sind möglich (zum Beispiel Unterhaltsleistungen bei Vollzeit-Lehrgängen).

Bildungsprämie (Prämiengutschein)

Was wird gefördert?

Berufliche Weiterbildungen jeder Art. Die Weiterbildung muss einen Bezug zur ausgeübten oder zu einer angestrebten neuen Berufstätigkeit haben. Die Lehrgangskosten dürfen maximal 1.000 Euro betragen (Rechnungsbetrag).

Wer wird gefördert?

  • Beschäftigte Arbeitnehmer und Selbstständige mit einem Mindestalter von 25 Jahren, die mindestens 15 Stunden in der Woche erwerbstätig sind. In Elternzeit ist bei ungekündigter Stellung ebenfalls eine Förderung möglich. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf 20.000 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 40.000 Euro für gemeinsam Veranlagte nicht übersteigen. Einen Prämiengutschein können Berechtigte derzeit alle zwei Kalenderjahre in Anspruch nehmen.
  • Beschäftigte in Mutterschutz oder in Elternzeit unterhalb der genannten Einkommensgrenzen.
  • Arbeitnehmer und Selbstständige, deren Erwerbseinkommen trotz der Mindestarbeitszeit unter den Regelleistungen der Grundsicherung liegt und aus diesem Grund aufstockende Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten.

Wie hoch ist die Förderung?

50 Prozent der Lehrgangskosten, maximal jedoch 500 Euro.
Sie erhalten Ihren Prämiengutschein nach einer persönlichen und kostenlosen Bildungsberatung bei:
Hessencampus Fulda, Peter Hille und Bernd Kromp, Am alten Schlachthof 4, 36037 Fulda, Telefon 0661 5800 222, Sprechzeiten: Dienstag, Donnerstag 10 - 18 Uhr, Mittwoch 14 - 18 Uhr, www.hessencampus-fulda.de

Weiterbildungsstipendium

Was wird gefördert?

Das Weiterbildungsstipendium unterstützt besonders talentierte und motivierte Berufseinsteiger dabei, sich in ihrem Beruf zu entwickeln, neue Kompetenzen und Fertigkeiten aufzubauen, aber auch mit fachübergreifenden Weiterbildungen den Horizont zu erweitern. Die Begabtenförderung ist zugleich eine Anschubfinanzierung für die eigenständige Weiterbildung und fördert so die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.
 

Wer wird gefördert?

Erste Voraussetzung für eine Bewerbung ist daher, dass eine Ausbildung in einem anerkannten dualen Ausbildungsberuf auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) oder in einem bundesgesetzlich geregelten Fachberuf im Gesundheitswesen absolviert wurde.
Bei der Aufnahme in das Programm müssen die Bewerber grundsätzlich jünger als 25 Jahre sein. Durch Berücksichtigung von Anrechnungszeiten können bis zu drei Jahre hinzugerechnet werden.
Es bestehen drei Möglichkeiten, die Qualifizierung für das Weiterbildungsstipendium nachzuweisen:

  • 1. Ergebnis der Berufsabschlussprüfung (mindestens 87 Punkte beziehungsweise Durchschnittsnote 1,9 oder besser) oder
  • 2. besonders erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb (Plätze 1 bis 3) oder
  • 3. begründeter Vorschlag des Arbeitgebers oder der Berufsschule.

Zum Zeitpunkt der Bewerbung müssen die Bewerber entweder mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden berufstätig sein oder bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet sein.
Ausnahme: Förderung ist auch bei Arbeitslosigkeit möglich – wer arbeitslos ist, kann sich auch für das Programm bewerben. Die Voraussetzung: Nachweis der Arbeitslosigkeit und Belege, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.
Ansprechpartner: Wer eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf gemäß Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung abgeschlossen hat, wendet sich an die für die Bewerbung zuständige Stelle (Kammer oder Einrichtung des öffentlichen Dienstes), bei der der Ausbildungsvertrag eingetragen war.
Es handelt sich um Bundesmittel, die in begrenztem Umfang je Kalenderjahr zur Verfügung stehen. Eine frühzeitige Beantragung ist ratsam.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung umfasst Zuschüsse für Kosten von fachlichen oder außerfachlichen anspruchsvollen Weiterbildungen in Höhe von insgesamt maximal 6.000 Euro, verteilt über drei Jahre. Die Weiterbildung muss grundsätzlich berufsbegleitend durchgeführt werden. Auch Kosten für berufsbegleitende Studiengänge, die auf der Ausbildung oder Berufstätigkeit aufbauen, können bezuschusst werden.

Bildungsgutschein

Was wird gefördert?

Weiterbildungen, die für die berufliche Eingliederung oder für die Abwendung drohender Arbeitslosigkeit notwendig sind. Übernommen werden Kosten, die unmittelbar durch die Weiterbildung entstehen. Bildungsträger und die Weiterbildungsmaßnahme müssen nach AZAV zertifiziert sein.

Wer wird gefördert?

Arbeitslose oder von Arbeitslosigikeit bedrohte Arbeitnehmer/innen mit Qualifizierungsbedarf.

Wie hoch ist die Förderung?

Übernommen werden Kosten, die unmittelbar durch die Weiterbildung entstehen (zum Beispiel Lehrgangs- und Prüfungskosten, Fahrt- und bei Bedarf auch Unterbringungskosten, Kinderbetreuungskosten).

Die Entscheidung über die Notwendigkeit der Maßnahme liegt im Ermessen der zuständigen Agentur für Arbeit beziehungsweise dem Amt für Grundsicherung (Kreisjobcenter).

Qualifizierungsprogramm WeGebAU

Was wird gefördert?

Mit dem Förderprogramm WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen) der Bundesagentur für Arbeit soll die Weiterbildung beschäftigter Arbeitnehmer intensiviert und somit das Qualifizierungsniveau verbessert werden. Ziel des Programms ist die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Vermeidung von Entlassungen.

Arbeitnehmern können die notwendigen Lehrgangskosten ganz oder teilweise erstattet werden. Darüber hinaus kann ein Zuschuss zu den zusätzlich entstehenden übrigen Weiterbildungskosten (zum Beispiel Fahrkosten) gewährt werden.

Arbeitgeber können für die berufliche Weiterbildung der Arbeitnehmer einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn

  • ein gering qualifizierte Beschäftigter im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes einen anerkannten Berufsabschluss oder eine berufsanschlussfähige Teilqualifikation erwirbt und
  • wegen der Teilnahme an der Maßnahme die Arbeitsleistung ganz oder teilweise nicht erbringen kann.

Der Arbeitsentgeltzuschuss kann bis zur Höhe der weiterbildungsbedingt ausgefallenen Arbeitszeit erbracht werden.

Wer wird gefördert?

Geringqualifizierte Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen, die unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freigestellt werden.


1. Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss zum Nachholen eines Berufsabschlusses.  Dies gilt auch, wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, aber seit mindestens vier Jahren in an- oder ungelernter Tätigkeit beschäftigt wird und die erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann (auch Pflege- und Erziehungszeiten werden berücksichtigt).

2. Förderung von älteren Arbeitnehmern in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten (KMU) wenn

  • sie bei Beginn der Teilnahme das 45. Lebensjahr vollendet haben,
  • sie im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses für die Zeit der Teilnahme an der Maßnahme weiterhin Anspruch auf Arbeitsentgelt haben,
  • der Betrieb weniger als 250 Arbeitnehmer beschäftigt,
  • die Maßnahme außerhalb des Betriebes durchgeführt wird und
  • der Träger und die Maßnahme für die Förderung zugelassen sind.

Wie hoch ist die Förderung?

Bei geringqualifizierten Beschäftigten, die an Weiterbildungen teilnehmen, welche zu einem Berufsabschluss führen (zum Beispiel Umschulungen, Vorbereitungslehrgänge auf Externenprüfungen), werden die notwendigen Lehrgangskosten in voller Höhe erstattet. Dies gilt unabhängig von der Betriebsgröße.

Bei sonstigen Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen übernehmen die Agenturen die Lehrgangskosten nur anteilig:

  • bis zu 75 Prozent bei älteren Beschäftigten, bei denen die Schulungszeit zumindest teilweise in die übliche Arbeitszeit fällt und
  • bis zu 50 Prozent in allen anderen Fällen, wenn der Arbeitgeber mindestens 50 Prozent der Lehrgangskosten trägt.

Bei der Beantragung der Fördermittel unterstützt Sie der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur:
Agentur für Arbeit, Arbeitgeberservice, Rangstraße 4, 36037 Fulda, Telefon 0661 17-377, www.arbeitsagentur.de

Hessen-Intiative: ProAbschluss

Was wird gefördert?

  • Gefördert werden Maßnahmen mit Gesamtkosten über 1.000 Euro, die von einem zertifizierten Weiterbildungsanbieter angeboten werden und über Nachqualifizierungen zu einem anerkannten Berufsabschluss hinführen.
  • Eine Weiterbildungsmaßnahme im Sinne des Förderprogramms „Qualifizierungsscheck“ ist jede Maßnahme, die inhaltlich in sich abgeschlossen ist sowie einzeln gebucht und einzeln bezahlt wird.
  • Es ist möglich, mehrere verschiedene Maßnahmen bei demselben Weiterbildungsanbieter zu bündeln und hierfür einen Qualifizierungsscheck einzusetzen. Voraussetzung ist, dass alle Maßnahmen zum Weiterbildungsziel passen.
  • Sämtliche Maßnahmen müssen innerhalb der Gültigkeitsdauer des Qualifizierungsschecks (sechs Monate nach der Ausstellung) begonnen werden. Maßgeblich ist dabei das auf dem Scheck aufgedruckte Datum. Im Falle des Beginns einer Qualifizierungsmaßnahme vor dem Ausstellungsdatum ist eine Förderung ausgeschlossen.

Auch die Förderung von Teilabschnitten auf dem Weg zu einer abschlussbezogenen Qualifizierung ist möglich.

  • Eine erneute Förderung ist erst nach der Abrechnung des vorherigen Qualifizierungsschecks möglich.
  • Förderfähig sind neben der Teilnahme- auch die  Prüfungsgebühren der Qualifizierung sowie vorbereitende Maßnahmen (zum Beispiel die Feststellung praktischer Fertigkeiten), sofern sie vom Anbieter der Bildungsmaßnahmen mit einer Rechnung abgerechnet werden.

Wer wird gefördert?

Sie können die Förderung unter folgenden Voraussetzungen erhalten:

  • Sie sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder geringfügig beschäftigt (nicht nur kurzfristig und Ihr Arbeitgeber zahlt für Sie Sozialversicherungsbeiträge) und
  • haben Ihren Hauptwohnsitz in Hessen und
  • sind mindestens 27 Jahre alt und
  • haben keinen beruflichen Abschluss oder
  • üben eine Tätigkeit aus, für die Sie keinen Berufsabschluss haben, wobei ein Berufsabschluss in einem anderen beruflichen Bereich länger als vier Jahre zurückliegt

Wie hoch ist die Förderung?

  • Die Höchstfördersumme beträgt 4.000 Euro beziehungsweise 50 Prozent der Teilnahme- und Prüfungsgebühren. Sie können auch Weiterbildungsmaßnahmen buchen, die insgesamt mehr als 8.000 Euro kosten. In diesem Fall müssten Sie dann aber mehr als die Hälfte der Kosten tragen, weil der Förderbetrag auf maximal 4.000 Euro begrenzt ist.
  • Gefördert werden Maßnahmen mit Gesamtkosten von mehr als 1.000 Euro, die als  Nachqualifizierung zu einem Berufsabschluss hinführen.
  • Bei einer einfachen Entfernung über 50 Kilometer zwischen Wohn- und Qualifizierungsort wird zusätzlich einmalig pro Qualifizierungsscheck eine Fahrtkostenpauschale von 105 Euro gezahlt.

Alle individuellen Fragen beantworten Ihnen gerne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bildungspoints von ProAbschluss. Kontakt über:
Weiterbildung Hessen e.V. Frankfurt am Main, Telefon 069 5979966-0, www.wb-hessen.de, www.proabschluss.de

Ansprechspartner

Ute Maesel
+49 661 6208 271